Vom Strich zur Struktur

Stadtgalerie Lebzelterhaus Vöcklabruck | 13.-24.4.2026

Stephan Unterberger - Werkschau 1986-2026

Vom 13. bis 25. April 2026 hatten Kunstliebhaber die Möglichkeit, meine künstlerische Entwicklung über vier Jahrzehnte hinweg zu entdecken.

Im Jahr 1986 begann ich, unter der Künstlersignatur „Etienne“ (frz. für Stephan) zu malen. Zunächst malte ich als Jugendlicher mit Bleistift und Wachskreiden auf Papier und Karton, da ich mir teure Malutensilien nicht leisten konnte. Mein Vorbild in jungen Jahren war der Innviertler Künstler Alois Riedl, ein Freund meines Vaters, den ich oft in seinem Atelier besuchen durfte. Dieser weckte in mir den Wunsch, auch einmal Maler zu werden. Einige meiner frühen Bilder zeugen von dieser Bewunderung.

In den frühen 1990er-Jahren entdeckte ich die Farben. Inspiriert von Marc Chagall malte ich teils „traumhafte“, surrealistische Bilder (Eva’s Traum,….). Auch in die Ölmalerei wagte ich mich, hatte aber anfangs Schwierigkeiten im Umgang mit dem Material. Mangels Lösungsmittel trug ich die Farbe unverdünnt mit Spachtel auf, was dazu führte, dass diese frühen Werke bereits starke dreidimensionale Strukturen zeigen.

Nach dem Studium in Wien blieb mir nebst Job und zwei kleinen Kindern nur sehr wenig Zeit und Raum zum Malen. Die winzige Sauna in der Familienwohnung verwandelte sich in mein 2 Quadratmeter großes Atelier. So konnte ich dennoch meiner Leidenschaft, wenn auch nur auf kleinem Raum, regelmäßig nachgehen. Aus dieser Zeit stammen die vorwiegend in Acryl gemalten Werke (Das Fenster, Kreise, …), die den wachsenden Drang zu stärkeren Strukturen offenbaren.

Nach 20 Jahren in der Privatwirtschaft wagte ich schließlich den Schritt, meinem inneren Drang zu Malen nachzugeben. Ich tauschte meinen Managerjob in Wien gegen ein Atelier in Bad Ischl und bin seit 2016 als freischaffender Künstler im Salzkammergut tätig.

Seither stelle ich den Werkstoff Beton ins Zentrum meines künstlerischen Schaffens. Damit kann ich den Wunsch, meinen Bildern mehr Plastizität und Struktur zu verleihen, ausgezeichnet verwirklichen. Dabei werden unterschiedliche Betongemische in mehreren Schichten auf Leinwand oder Holzplatten aufgebracht und Strukturen in den noch feuchten Beton eingearbeitet. Zwischen die einzelnen Schichten werden Dispersionen aus Pigmenten, verschiedene pulverisierte Metalle und Gesteinsmehle aufgebracht, äußeren Einflüssen (z. B. der Oxidation) ausgesetzt und anschließend teilweise wieder abgeschabt.

Ein paar Bilder von der Ausstellung(seröffnung):

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